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Keruing

Preisgünstige Alternative zu Bankirai – Warme rotbraune Farbgebung – Starkes Arbeiten des Holzes (unruhiges Holz)

Keruing ist eine asiatische Hartholzart, die optisch stark an Bankirai erinnert. Der Anschaffungspreis ist deutlich niedriger, allerdings sollte man wissen, dass Keruing qualitativ nicht mit Bankirai vergleichbar ist. Während Bankirai (Dauerhaftigkeitsklasse 1–2) als äußerst formstabil gilt, ist Keruing (Klasse 3) für sein starkes Arbeiten bekannt. Das Holz neigt zu Schwind- und Quellbewegungen, kann Inhaltsstoffe auswaschen und gelegentlich Harz bilden. Für hochwertige Terrassen oder Anwendungen mit direktem Erdkontakt empfehlen wir daher andere Holzarten (für Erdverbau beispielsweise Azobé). Für vertikale Konstruktionen wie robuste und preiswerte Sichtschutzzäune ist Keruing jedoch eine bewährte und beliebte Wahl.

Technische Daten auf einen Blick

  • Farbe & Struktur: Dunkelbraun bis rotbraun (in der Regel etwas dunkler als Bankirai).

  • Schwind- und Quellverhalten: Hoch. Keruing gilt als „unruhiges“ Holz mit vergleichsweise starken Maßveränderungen.

  • Dauerhaftigkeitsklasse: Klasse 3 (mäßig dauerhaft).

  • Lebensdauer*: 10 bis 15 Jahre (bei oberirdischer Verwendung im Außenbereich).

  • Geeignet für: Fertige Sichtschutzelemente und preiswerte Zäune. Für Terrassen aufgrund der starken Bewegung nur eingeschränkt geeignet.

  • Vorteile: Attraktiver Preis, leicht zu bohren, schöne tiefe Farbgebung.

  • Nachteile: Starkes Arbeiten, mögliche Harzbildung und Schimmelanfälligkeit, anfängliches Ausbluten von Inhaltsstoffen.

  • Herkunft: Asien

  • Vergleichbare Holzarten: Bankirai, Garapa, Cumaru, Kapur

*Bei fachgerechter Montage und regelmäßiger Pflege.

Vor- und Nachteile

asset

Vorteile

  • Preislich attraktiv: Deutlich günstiger als hochwertige Premium-Harthölzer.

  • Ideal für Sichtschutzzäune: Die bevorzugte Wahl für preiswerte Zaunelemente aus Hartholz.

  • Warme Farbgebung: Die dunklen rotbraunen Farbtöne verleihen dem Garten eine hochwertige und natürliche Ausstrahlung.

  • Leicht zu bohren: Im Vergleich zu vielen anderen Harthölzern lässt sich Keruing überraschend einfach bearbeiten.

Nachteile

  • Starkes Arbeiten: Das Holz reagiert deutlich auf Feuchtigkeits- und Temperaturänderungen und benötigt ausreichend Bewegungsfugen.

  • Ausbluten und Harzbildung: In der Anfangszeit können braune Inhaltsstoffe und klebriges Harz austreten.

  • Nicht für Erdkontakt geeignet: Aufgrund der Dauerhaftigkeitsklasse 3 ist Keruing als Pfostenholz im Boden nur begrenzt haltbar.

  • Vorsicht beim Kauf: Aufgrund der ähnlichen Optik wird Keruing gelegentlich fälschlicherweise als Bankirai angeboten.

Eigenschaften & Anwendungsbereiche

Keruing wird von vielen Holzfachhändlern bewusst nur eingeschränkt angeboten. Es ist wichtig zu wissen, dass die Qualität von Keruing nicht mit der von Bankirai vergleichbar ist. Das Holz arbeitet deutlich stärker, neigt eher zum Splittern, kann Inhaltsstoffe auswaschen und zeigt gelegentlich eine höhere Anfälligkeit für oberflächlichen Schimmel.

Besondere Vorsicht ist beim Kauf geboten: Aufgrund der ähnlichen Farbgebung wird das preisgünstigere Keruing von unseriösen Anbietern gelegentlich als das deutlich teurere Bankirai verkauft. Direkt nach dem Kauf sind die Unterschiede oft kaum sichtbar – Keruing wirkt meist lediglich etwas dunkler oder rötlicher. Erst nach einigen Jahren zeigen sich die Unterschiede durch stärkere Verformungen, Harzaustritte und eine höhere Neigung zum Splittern. Im Zweifelsfall empfiehlt sich die Beratung durch einen Fachmann oder die Anforderung eines Musters.

Wo Keruing seine Stärken ausspielt, sind Sichtschutzzäune und Zaunelemente. Viele fertige Hartholz-Sichtschutzwände bestehen aus Keruing. In diesen Anwendungen fällt das stärkere Arbeiten des Holzes deutlich weniger ins Gewicht, während die attraktiven Anschaffungskosten ein großer Vorteil sind.

Darüber hinaus sollte Hartholz möglichst lange genutzt werden. Die Bäume, aus denen Keruing gewonnen wird, benötigen oft rund 70 Jahre, um ihre Nutzungsgröße zu erreichen. Deshalb lohnt es sich, das Holz möglichst lange zu verwenden oder später für andere Projekte weiterzuverwenden – beispielsweise für Hochbeete oder Gartenkonstruktionen.

Montage- und Verarbeitungstipps

Größere Fugen bei Terrassen einplanen

Falls Keruing dennoch als Terrassenbelag eingesetzt wird, sollte das starke Arbeiten des Holzes unbedingt berücksichtigt werden. Zwischen den Dielen sind Fugen von 10 bis 12 mm vorzusehen. Zudem sollte stets ein Abstand von mindestens 30 mm zu angrenzenden Wänden eingehalten werden.

Vorsicht bei Pflasterflächen

Da Keruing in der Anfangszeit relativ stark ausbluten kann, sollte es nicht ohne ausreichende Entwässerung über oder neben hellen, porösen Pflastersteinen montiert werden. Das austretende braune Wasser kann hartnäckige Verfärbungen verursachen.

Vorbohren empfohlen

Obwohl sich Keruing vergleichsweise leicht bohren lässt, wird Vorbohren grundsätzlich empfohlen, um Rissbildungen an den Kanten zu vermeiden. Verwenden Sie ausschließlich hochwertige Edelstahlschrauben (A2 oder A4), um Korrosion und Verfärbungen vorzubeugen.

Pflege

Sollte in der Anfangszeit Harz aus den Dielen oder Zaunelementen austreten, empfiehlt es sich, dieses zunächst in der Sonne aushärten zu lassen. Anschließend kann es vorsichtig mit einem Spachtel oder Messer entfernt werden.

Da Keruing etwas anfälliger für Schimmelbildung ist als viele Premium-Harthölzer, sollte das Holz regelmäßig von Laub und Schmutz befreit werden. Eine gute Belüftung und schnelles Abtrocknen verlängern die Lebensdauer erheblich.

Wie alle Hölzer im Außenbereich entwickelt auch Keruing unbehandelt mit der Zeit eine silbergraue Patina. Wer die warme rotbraune Farbgebung erhalten möchte, sollte das Holz regelmäßig – idealerweise einmal jährlich im Frühjahr – mit einem hochwertigen Hartholzöl behandeln.

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