Azobé
Extrem stark und schwer – Höchste Dauerhaftigkeit im Erdreich – Außergewöhnliche Stoß- und Abriebfestigkeit
Azobé (Lophira alata) gilt als eines der widerstandsfähigsten Harthölzer der Welt und ist die erste Wahl, wenn Pfähle dauerhaft im Erdreich oder Wasser eingesetzt werden sollen. Dank seiner außergewöhnlichen Dauerhaftigkeit und hohen Abriebfestigkeit wird Azobé weltweit für anspruchsvollste Bauprojekte verwendet – von massiven Spundwänden und Schleusenanlagen bis hin zu den Schwellen der Pariser Metro.
Da das Holz stark zum Verziehen neigt, wird es im Holzhandel nur selten als Terrassendiele oder Zaunbrett angeboten. Für Pfähle, Fundamente, Uferbefestigungen und andere Schwerlastkonstruktionen ist Azobé jedoch nahezu unübertroffen und verrichtet jahrzehntelang zuverlässig seinen Dienst.
Technische Daten auf einen Blick
Farbe & Struktur: Anfangs braun bis rötlich, entwickelt im Außenbereich eine gleichmäßige silbergraue Patina. Grobe Maserung mit feiner, homogener Struktur und ausgeprägtem Wechseldrehwuchs.
Formstabilität: Gering bis mäßig. Azobé ist bekannt für seine starke Neigung zum Verziehen und zur Rissbildung, insbesondere bei direkter Sonneneinstrahlung.
Dauerhaftigkeitsklasse: Klasse 1
Lebensdauer*: Über 25 Jahre, selbst bei dauerhaftem Kontakt mit Erde oder Wasser.
Geeignet für: Zaunpfosten, Fundamentpfähle, Vermessungspfähle, Uferbefestigungen, Spundwände und schwere Tragkonstruktionen
Vorteile: Extrem belastbar, außergewöhnlich dauerhaft im Erd- und Wasserkontakt, hohe Stoß- und Abriebfestigkeit
Nachteile: Verzieht sich schnell, schwer zu verleimen, sehr hohes Gewicht und hoher Werkzeugverschleiß
Herkunft: Westafrika
Vergleichbare Holzarten: Angelim Vermelho, Mukulungu
*Bei fachgerechter Montage und Verwendung.
Vor- und Nachteile
Vorteile
Extrem langlebig: Azobé erreicht die höchste Dauerhaftigkeitsklasse und hält selbst in feuchten Böden oder unter Wasser über Jahrzehnte ohne zusätzlichen Holzschutz.
Außergewöhnliche Festigkeit: Die hohe Stoß- und Abriebfestigkeit macht das Holz ideal für Anwendungen mit extremer mechanischer Belastung.
Große Querschnitte verfügbar: Azobé ist in sehr massiven Abmessungen erhältlich und eignet sich hervorragend für schwere Pfahl- und Fundamentkonstruktionen.
Wartungsfrei: Für die Haltbarkeit und Tragfähigkeit ist keine Oberflächenbehandlung erforderlich.
Nachteile
Starke Neigung zum Verziehen: Unverarbeitet gelagertes Azobé kann sich innerhalb kurzer Zeit verformen oder Risse entwickeln.
Hoher Werkzeugverschleiß: Trockenes Azobé ist extrem hart und beansprucht Sägeblätter, Fräser und Hobelmesser stark.
Schwer zu verleimen: Aufgrund der hohen Dichte und der natürlichen Inhaltsstoffe sind Klebeverbindungen nur eingeschränkt zuverlässig.
Typischer Eigengeruch: Frisch geschnittenes Holz besitzt einen charakteristischen Geruch, der mit der Zeit verschwindet.
Eigenschaften & Anwendungsbereiche
Dank seiner hervorragenden Festigkeitswerte und seiner extremen Widerstandsfähigkeit wird Azobé für zahlreiche Schwerlastanwendungen im Außenbereich eingesetzt.
Mit einer Rohdichte von etwa 850 bis 1.400 kg/m³ gehört es zu den schwersten Harthölzern weltweit.
Typische Einsatzbereiche sind:
Fundament- und Zaunpfähle
Vermessungs- und Markierungspfähle
Uferbefestigungen
Spundwände
Schleusen- und Brückenbau
Wasserbau
Industrieböden und Fahrzeugaufbauten
Azobé wird häufig unter extremen Bedingungen eingesetzt, bei denen andere Holzarten an ihre Grenzen stoßen.
Da das Holz für seine starke Verformungsneigung bekannt ist, werden daraus üblicherweise keine Terrassendielen oder Zaunbretter gefertigt. Für Pfosten und tragende Konstruktionen wird meist hochwertiges, sorgfältig selektiertes Material verwendet, um Maßabweichungen möglichst gering zu halten.
Montage- und Verarbeitungstipps
Sofort verarbeiten
Der wichtigste Hinweis bei Azobé: Das Holz sollte nach der Lieferung möglichst schnell verarbeitet werden.
Lassen Sie Pfähle oder Balken nicht längere Zeit lose in einer warmen Halle oder in direkter Sonneneinstrahlung liegen, da sich das Holz sonst verziehen kann.
Die passende Oberfläche wählen
Azobé ist sowohl sägerau als auch gehobelt erhältlich.
Gehobelte Ausführung: Ideal für sichtbare Konstruktionen wie Pergolen oder hochwertige Außenanlagen.
Sägeraue Ausführung: Wirtschaftliche Lösung für Fundamentpfähle und Anwendungen im Erdreich.
Bearbeitung
Aufgrund des ausgeprägten Wechseldrehwuchses sollte beim Hobeln ein kleiner Spanwinkel verwendet werden, um eine möglichst glatte Oberfläche zu erzielen.
Da trockenes Azobé äußerst hart ist, müssen Werkzeuge regelmäßig nachgeschärft werden.
Vorbohren und Montage
Vorbohren ist grundsätzlich erforderlich.
Ein bewährter Praxistipp: Edelstahlschrauben oder Nägel vor der Montage leicht mit Kriechöl oder etwas Spülmittel benetzen. Dadurch lassen sie sich deutlich leichter in das harte Holz eindrehen und das Risiko von Schraubenbrüchen wird reduziert.
Pflege
Wie bei Angelim Vermelho benötigt Azobé keine Oberflächenbehandlung, um seine außergewöhnliche Lebensdauer zu erreichen.
Wartungsfrei
Das Holz ist von Natur aus gegen Fäulnis, Feuchtigkeit und starke Witterungseinflüsse geschützt und eignet sich daher hervorragend für dauerhaft beanspruchte Außenanwendungen.
Natürliche Vergrauung
Unter Einfluss von Sonne, Regen und Luft entwickelt sich die ursprünglich braun-rötliche Farbe allmählich zu einer attraktiven, gleichmäßigen silbergrauen Patina.
Ölbehandlung für sichtbare Anwendungen
Wird Azobé in sichtbaren Konstruktionen wie Pergolen oder Überdachungen verwendet und soll die dunkle Originalfarbe erhalten bleiben, kann das Holz regelmäßig mit einem hochwertigen Hartholzöl behandelt werden.
Für die Haltbarkeit oder Tragfähigkeit ist diese Behandlung jedoch nicht erforderlich.