11 mrt Terrassen

Wetterfestes Hartholz - Welches Holz eignet sich für welchen Zweck?

In diesem Artikel erfahren Sie alles über Harthölzer und für welche Art von Hartholz Sie sich beim Bau einer Holzterrasse, einer Uferbefestigung oder eines Zaunes entscheiden sollten.

Inhalt des Blogs:
1. Anwendungsbereich
2. Haltbarkeit
3. Qualität und das "Arbeiten" des Holzes
4. Härte
5. Farbe


Der Begriff Hartholz ist hierbei ein Sammelbegriff für alle Arten von - meist tropischen - Harthölzern. Welche Art von Hartholz sollten Sie für Ihren Sichtschutzzaun oder Ihre Terrasse im Außenbereich wählen? Wir haben im Folgenden fünf Punkte aufgelistet, auf die Sie bei der Auswahl des Holzes achten sollten.

1. Anwendungsbereich

Möchten Sie mit dem Holz eine Uferbefestigung konstruieren? Dann ist die Holzart Angelim Vermelho oder Azobe wegen ihrer Nachhaltigkeit in feuchten Böden und im Wasser sehr geeignet. Wenn Sie eine Terrasse oder einen Sichtschutzzaun bauen möchten, dann eignet sich dafür am besten ein haltbares Holz, welches wenig “arbeitet” und sich somit nicht weiter ausdehnt oder zusammenzieht. In diesem Fall sind die Holzarten Bangkirai aus Indonesien, Ipe Holz aus Brasilien und Garapa aus Südamerika ideal geeignet.

2. Haltbarkeit 

Besonders bei Hartholz-Pfählen, welche konstanten Kontakt mit dem Boden haben oder bei, auf dem Boden liegenden Holzterrassen ist die Haltbarkeit von besonderer Bedeutung. Azobe und Angelim Vermelho sind Hartholzarten, die sich ideal für die Verwendung auf feuchten Böden oder am/im Wasser eignen. Diese Holzarten bieten Ihnen mit der höchsten Dauerhaftigkeitsklasse 1 eine optimale Haltbarkeit. Bei dem Azobe Holz sollte man trotzdem beachten, dass es sich noch leicht verzieht, weshalb empfohlen wird um dieses sofort zu verarbeiten und in einer Konstruktion zu verankern. Angelim Vermelho hingegen bietet im Vergleich zum Azobe Holz stabileres Material, weshalb sich dieses nicht so stark bis gar nicht verzieht.

Preisgünstige Terrassendielen oder Holzbalken mögen auf den ersten Blick attraktiv erscheinen, jedoch bietet günstiges Keruing Holz mit einer Dauerhaftigkeitsklasse 3 nur eine Haltbarkeit von 10 Jahren. Im Vergleich dazu bieten Bangkirai- oder Ipe-Bohlen eine lange Lebensdauer von mehr als 25 Jahren, was ein wesentlicher Unterschied ist. Als Terrassendiele werden deshalb Harthölzer der Dauerhaftigkeitsklasse 1 oder 2 empfohlen, da diese eine hohe Lebensdauer und Qualität bieten. Bei einer Holzterrasse  bietet es sich deshalb an, Holzarten wie Bangkirai und Ipe zu verwenden, da diese sich nur minimal verziehen und wenig Feuchtigkeit aufnehmen. Für Zäune sind Holzarten wie Keruing oder Kempas ausreichend, da diese aufgrund der vertikalen Montage optimal trocknen können und somit weniger anfällig für Materialschäden sind.

3. Qualität und das “Arbeiten” des Holzes

Preisgünstige Harthölzer wie die Sorte Keruing zeichnen sich dadurch aus, dass das Holz relativ viel “arbeitet”. Das bedeutet, dass das Holz entsprechend auf Witterungseinflüsse reagiert und sich ausdehnt und zusammenzieht. Wenn Sie das Holz für einen Bodenbelag verwenden möchten, dann sollten die Bodenelemente sich idealerweise möglichst wenig verformen. Holzarten wie Keruing zeichnen sich durch einen relativ hohen Grad an Verformung aus, welches in jedem Fall bei der Montage beachtet werden sollte. Aus diesem Grund empfehlen wir Ihnen zwischen den Brettern jeweils 10 mm Spielraum zu lassen, damit sich das Holz entsprechend ausdehnen kann und keine langfristigen Schäden entstehen.

Bei den teureren Harthölzern, wie Ipe und dem Bangkirai ist die Verformung des Materials minimal. Somit empfehlen wir bei einer 145 mm breiten Bohle einen Abstand von 7-8 mm zwischen den Brettern einzuhalten. Wenn Sie für Ihre Terrasse weniger Budget zur Verfügung haben, sind Harthölzer wie Garapa und Kapur ebenfalls eine gute Alternative. Im Vergleich zu den hochwertigeren Harthölzern verformen sich diese Harthölzer jedoch etwas mehr und zeichnen sich durch eine kürzere Lebensdauer aus. Das sollte Sie jedoch nicht abschrecken, denn bei korrekter Installation und Belüftung bieten auch die preisgünstigen Harthölzer eine relativ lange Lebensdauer von 15 bis 20 Jahren.

Bei praktisch allen tropischen Harthölzern setzt sich im Laufe der Zeit eine silbrig-graue Patina an. Für manche ist das in Ordnung, es gehört immerhin zum natürlichen Charakter dieses Holzes. Die sich bildende Patina erfüllt außerdem eine natürliche, zusätzliche Schutzfunktion für das alternde Holz. Wer diese Patina jedoch nicht möchte, der sollte das Hartholz in jedem Fall zusätzlich ölen, um es vor der Witterung zu schützen. Warten Sie immer etwa 3-4 Wochen, bevor Sie Ihren Boden ölen. 

Azobe-Hartholz aus Afrika eignet sich aufgrund der hohen Beständigkeit ideal als Holzpfahl in feuchten Böden. Das Holz wird jedoch generell in verschiedenen Qualitätsformen angeboten. Eine hohe FAS-Qualität sowie B-Ware, wobei Sie bei Gadero nur Azobe Holz in FAS-Qualität erhalten. Wir empfehlen, dass Azobe Holz sofort nach Erhalt zu verarbeiten, damit sich das Holz nicht mehr verziehen kann.

4. Härte

Einige Harthölzer, wie Bilinga und Massaranduba bieten eine lange Haltbarkeit, sind aber auch sehr hart und entwickeln daher bei heißem Wetter relativ schnell Risse (auf der Stirnseite). Bei feuchtem Wetter zieht sich das Holz wieder zusammen und die Risse schließen sich in der Regel wieder. 

5. Farbe

Alle Harthölzer verändern innerhalb des ersten Jahres ihre Farbe zu einem gräulichen Ton, weshalb die Farbe des Holzes beim Kauf nicht wirklich relevant ist, da langfristig alle Hölzer eine ähnliche Farbe annehmen. Zum Beispiel ist Massaranduba sehr Dunkelbraun und das Bilinga-Holz eher gelblich. Das Bilinga Holz zeichnet sich dadurch aus, dass es leicht graue Flecken bekommt während, insbesondere das Ipe und Padouk Holz eine schöne, gleichmäßig silbergraue Farbe bekommt. 

Wenn Sie Ihre Dielen (teilweise) unter einer Überdachung montieren, werden sich die Hölzer weniger verfärben und die ursprüngliche Farbe des Holzes wird wieder relevanter. Wer also die ursprüngliche Farbe des Holzes erhalten möchte, sollte dies circa zweimal pro Jahr mit Öl behandeln.

WICHTIGER HINWEIS: Viele Online Shops oder lokale Anbieter von Harthölzern geben den Namen der spezifischen Sorte nicht explizit an. Der Grund dafür ist, dass die jeweiligen Anbieter in diesen Fällen meistens minderwertiges Holz anbieten. Seien Sie deshalb beim Kauf besonders aufmerksam. Sie können gerne von uns Muster anfordern, damit Sie sicher sein können, was echtes Bangkirai oder Ipe Hartholz ist. Achten Sie neben der Farbe und Struktur besonders auf das Gewicht. Je haltbarer, desto schwerer ist das Brett und desto schwieriger ist es zu verbohren.