30 mrt Nachhaltigkeit

Was ist der Unterschied zwischen FSC und PEFC?

FSC und PEFC sind die zwei bekanntesten Gütesiegel auf dem Gebiet von Holz. Holz, das mit einem FSC- oder PEFC-Gütesiegel versehen ist, garantiert Ihnen, dass es aus einem nachhaltig bewirtschafteten Wald stammt. In diesen Wäldern wird selektiv geschlagen und für jeden geschlagenen Baum ein neuer gepflanzt. Dadurch wissen Sie, dass dieser Prozess nicht schädlich für die Umwelt ist. Trotz des gemeinschaftlichen Ziels beider Gütesiegel, einer zu 100 % nachhaltigen Waldbewirtschaftung, bleibt die Frage: was ist der Unterschied?

Möchten Sie gern die Übereinstimmungen und Unterschiede zwischen dem FSC- und dem PEFC-Gütesiegel erfahren? Dann lesen Sie weiter!

Das Ziel von FSC und PEFC

Als Übereinstimmung haben FSC (Forest Stewardship Council) und PEFC (Programme for the Endorsement of Forest Certification) dieselbe Zielsetzung, und zwar: Wälder ökologisch vertretbar zu bewirtschaften und diese somit langfristig aufrechtzuerhalten sowie vor Vernichtung zu bewahren. Beide Organisationen sprechen von nachhaltiger oder ökologisch vertretbarer Waldbewirtschaftung, wenn die ökologischen, sozialen und ökonomischen Aspekte auf ausgewogene Weise berücksichtigt werden, die zur Waldbewirtschaftung gehören.

Die Geschichte von FSC und PEFC

1992, während einer Konferenz der Vereinten Nationen, wurde das Thema nachhaltige Waldbewirtschaftung zum ersten Mal behandelt. Ein Jahr später wurde mit Unterstützung von vor allem Umweltorganisationen wie Greenpeace FSC gegründet. Allerdings passte das FSC-Zertifizierungssystem nicht so gut zu kleinen Privateigentümern von europäischen Wäldern. Außerdem waren die Kosten der Zertifizierung für diese kleinen privaten Waldeigentümer zu hoch. Dennoch wollten auch sie ihren Wald gern nachweislich nachhaltig bewirtschaften. Aus diesem Grund entstand 1999 PEFC. PEFC ist seit 2004 weltweit aktiv, auch in tropischen Wäldern.

Wie ist die Zertifizierung von FSC und PEFC geregelt?

PEFC und FSC nutzen beide zertifizierende Einrichtungen. Für FSC entscheidet ein eigenes Tochterunternehmen wer zertifizieren darf und wer nicht. Die Organisation kontrolliert anschließend selbst die zertifizierende Einrichtung. Bei PEFC geht man anders vor: Die Zertifizierung geschieht auf Basis der ISO-Normen. Es gibt also keine eigene Organisation, die zertifizierende Einrichtungen kontrolliert.

PEFC prüft in Ländern bestehende Zertifikate auf Nachhaltigkeit und koppelt seinen Namen an diese Gütesiegel, wenn diese die Anforderungen erfüllen, während FSC einen selbst festgelegten Standard hat, dem Unternehmer entsprechen müssen, bevor sie mit dem FSC-Gütesiegel werben dürfen. Welche Vorgehensweise nutzen beide Gütesiegel? Sowohl FSC als auch PEFC berücksichtigen soziale, ökonomische und Umweltaspekte. Dazu erstellt FSC seine eigenen Anforderungen und Standards, die für alle Länder gleich sind. FSC arbeitet „top down“: Der Waldeigentümer, der zertifiziert werden möchte, muss selbst nachweisen, dass er die Anforderungen und Standards von FSC erfüllt. PEFC nutzt die „bottom up“ Vorgehensweise: Dabei erstellt ein Forum, bestehend aus involvierten Organisationen, den Standard in einem Land.

Die Nutzung des Logos

FSC und PEFC haben alle beide Vorschriften für die Nutzung ihres Logos. Bei FSC darf das Logo auf allen zertifizierten Produkten stehen, bei denen mindestens 70 % des Materials aus einem zertifizierten Wald stammen (oder aus 100 % recyceltem Material ist). Es gibt drei verschiedene Logos. PEFC hat zwei Logos. Um eines der zwei Logos nutzen zu dürfen, müssen mindestens 70 % des Materials zertifiziert oder recycelt sein.

Die zwei Gütesiegel für nachhaltige Waldbewirtschaftung im direkten Vergleich

  • Beide Gütesiegel berücksichtigen ökonomische, soziale und Umweltaspekte.
  • Die Zielsetzung beider Organisationen ist gleich, der Weg dorthin ist jedoch unterschiedlich. Dies gilt vor allem für die Weise, auf die die Zertifizierung geregelt wird.
  • FSC arbeitet vom Wald bis hin zum Endverbraucher (top-down) und PEFC vom Endverbraucher bis hin zum Wald (bottom-up).
  • Das Logo darf bei beiden Gütesiegeln auf dem zertifizierten Produkt stehen, wenn mindestens 70 % des Materials aus einem zertifizierten Wald stammen.

Von allen Wäldern der Welt sind momentan ungefähr 400 Millionen Hektar zertifiziert. Das sind noch keine 10 % de weltweiten Waldfläche. Es besteht also noch ein erheblicher Steigerungsbedarf!

Unterschiede zwischen den Gütesiegeln wird es immer geben. Es geht um das Kriterium „nachhaltige Waldbewirtschaftung“, nicht um das Gütesiegel. Das wichtigste ist die Übereinstimmung: nachhaltige Waldbewirtschaftung und die Vergrößerung der Oberfläche an zertifizierten Wäldern weltweit. Wenn Sie FSC oder PEFC zertifizierte Produkte wählen, entscheiden Sie sich bewusst für eine nachhaltige Waldbewirtschaftung. Sie treffen also eine ökologisch vertretbare Entscheidung!